Therapiehund-Estella

Estella vom Tullnerbach im Einsatz in der Volksschulklasse

Da ich Volksschullehrerin in Wien bin, nehme ich seit zwei Jahren Estella vom Tullnerbach, die eine ausgebildete Therapiehündin ist, mit in meine Klasse.
Ich kann nur sagen, dass es für die Arbeit mit den Kindern ein totaler Gewinn ist!
Bevor ein Therapiehund in eine Schule kommt, müssen zuerst bei einem Elternabend alle Eltern über den Hund informiert werden und sie müssen ihr Einverständnis geben, dass der Hund in die Klasse darf. Sollte ein Elternteil dagegen sein, darf der Hund nicht in die Klasse. Sind alle Eltern einverstanden, wird mit den Schülern genau besprochen was alles zu beachten ist.

Zum ersten Kennen lernen setzen sich die Kinder in einen Sesselkreis. Die Frau Direktor wird auch eingeladen, damit sie sehen kann, was mit dem Hund in der Klasse gemacht wird. Wer Angst hat, kann selbstverständlich auf seinem Platz sitzen bleiben und aus sicherer Entfernung zusehen.

Ich gehe dann mit Stella in die Mitte des Kreises und wir begrüßen zuerst die Frau Direktor und die Kinder. Ich sage zu Estella:“ Sag schön Grüß Gott Kinder!“ und Stella bellt kurz. Dann zeigen wir ein paar Kunststücke: Sitz, Platz, gib Pfote, außerdem kann Stella rechnen, was den Kindern besonders gut gefällt.

Dann werden die Kinder gefragt, ob sie Stella ein Leckerli geben wollen. Es wird ihnen genau gezeigt wie sie das Leckerli halten müssen und wie sie das Kommando „Sitz!“, „Gib Pfote!“ oder „Platz!“ geben müssen. Kein Kind wird gezwungen, ein Leckerli zu geben! Nach einiger Zeit wollen sowieso alle!

Diese Arbeit sollte nicht länger als zwanzig Minuten dauern, da sie vom Therapiehund sehr viel Konzentration erfordert. Danach benötigt er Ruhe. Die Kinder gehen wieder auf ihre Plätze und es wird ein ganz normaler Unterricht gemacht. Stella legt sich unter irgendeinen Kindertisch, meist zu einem Kind, das es gerade besonders nötig hat. Die Kinder sind an Tagen, an denen der Therapiehund in der Klasse ist, viel ruhiger und ausgeglichener, da sie auf Stella Rücksicht nehmen. Ich habe ihnen erklärt, dass Hunde sich fürchten, wenn sie laut sind und das wollen sie nicht.

Im vergangenen Schuljahr habe ich im Herbst einen hyperaktiven Schüler aus einer anderen Schule bekommen, der dort sehr problematisch war. Estella merkte sofort, dass dieser Bub ihre Hilfe benötigt und lag meist bei ihm unter dem Tisch. Der Bub war vom ersten Tag an total in Stella verliebt und machte alles, damit sie zu ihm kam. So war er überhaupt nicht mehr zappelig oder laut. Es war ganz toll die beiden zu beobachten! In der Früh, wenn der Junge in die Schule kam, war sein erster Weg, Stella zu begrüßen, sie zu kraulen, ihr Wasser zu bringen und dann lagen die beiden einfach eng umschlungen am Boden. Im Unterricht machte er seine Arbeiten total sorgfältig, nur damit er danach wieder mit ihr kuscheln konnte. Wenn wir in den Schulhof gingen, beschäftigte er sich zuerst mit ihr, bevor er dann mit den anderen Fußball spielte.

Der Schulhof war überhaupt ein eigenes Thema: Die Kinder lernten sehr schnell Estella zu sagen, dass sie nicht mit Fußballspielen dürfe „Nein, Stella!“ und sie akzeptierte dies. Sie legte sich dann neben mich und gemeinsam schauten wir den Burschen zu. Immer wieder gab es Gelegenheiten, bei denen die Kinder Stella in ihr Spiel einbezogen.

Für Estella vom Tullnerbach ist das Klassenzimmer zum zweiten Zuhause geworden und auch die Schüler und Lehrer der anderen Klassen, lieben sie. Immer wieder werden wir aufgefordert auch in andere Klassen zu gehen.

Aus meiner Erfahrung, kann ich nur sagen, dass ein Therapiehund in der Klasse Wunder wirkt und jedem Lehrer die Arbeit mit schwierigen Kindern um vieles erleichtert.

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